»Vor den Vätern sterben die Söhne«

Eine Lange Thomas-Brasch-Nacht

mit Katharina Thalbach, Marion Brasch, Max Landgrebe, Günter »Baby« Sommer u.a.

Thomas Brasch (1945-2001) war einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dramatiker, Lyriker und Prosa-Autoren im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts. Sein Vater, Horst Brasch, war von 1966-1969 stellvertretender Kulturminister, sein Bruder Klaus war Schauspieler und sein zweiter Bruder, Peter, ebenfalls Schriftsteller. Seine Schwester Marion hat mittlerweile ihr viertes Buch veröffentlicht.
Durch sein unangepasstes politisches Denken und seine Suche nach neuen literarischen Ausdrucksmöglichkeiten geriet Thomas Brasch früh in Konflikt mit der SED-Politik. Nach der Ausweisung Wolf Biermanns unterzeichnete er die Petition gegen die Ausbürgerung Biermanns. Er war bereit, weiter in der DDR zu leben. Da aber sein Buch »Vor den Vätern sterben die Söhne« in der DDR nicht erscheinen durfte, reiste er 1976 mit seiner damaligen Lebensgefährtin, Katharina Thalbach, und deren Tochter Anna nach Westberlin aus. Er reifte in den Endsiebzigern und Achtzigern zu einem der interessantesten, experimentellen Autoren und Filmemachern heran. Nach 1989 suchte er nach neuen Formen, um die Grenzen zwischen Leben und Kunst durchlässiger zu gestalten.
Die IniatorInnen der Langen Thomas-Brasch-Nacht werden dem Publikum Leben und Werk des Lyrikers, Dramatikers, Filmemachers und Prosaautors nahe bringen.
Marion Brasch wird mit ihrem Programm »Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin« zu erleben sein. Katharina Thalbach wird aus Werken Thomas Braschs lesen und über sein Leben und Werk sprechen. Gemeinsam mit Jenaer Zeitzeugen wird sie über die Aufführung von Thomas Braschs Jazz-Oratorium »Hahnenkopf« am 15.9. 1975 mit der Gruppe Synopsis innerhalb der Reihe »Musik im Hörsaal« erzählen. Es werden Ausschnitte aus seinem Film »Engel aus Eisen« gezeigt und Gedichte sowie Auszüge aus »Vor den Vätern sterben die Söhne« und »Mädchenmörder Brunke« zu Gehör gebracht. Einer der Gründungsmitglieder von »Synopsis«, Günter Baby Sommer, wird mit dem Saxophonisten Antonio Lucaciu das Programm beschließen.

Ein Projekt des Lese-Zeichen e.V. in Kooperation mit dem Theaterhaus Jena, JenaKultur, der Landeszentale für politische Bildung, dem Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Friedrich-Schiller-Universität, dem Neuen Lesehallenverein e.V., Jazz im Paradies e.V. und dem Förderverein von radio okj e.V., unterstützt durch das MVZ Dr. Philipp Zollmann und Kollegen.

 

Zu Gast:

Marion Brasch, Verena Krieger, Max Landgrebe, Günther Baby Sommer & Antonio Lucaciu, Dominik Puhl, Katharina Thalbach, Klaus Wegener

Moderation: Christine Hansmann, Dietmar Ebert, Matias Mieth, Martin Straub

Aufführungen

Derzeit stehen keine Aufführungstermine fest.