Thüringens Mitte aus halber Höhe

Buchpräsentation

Natürlich hat Rainald Grebe recht. David Bowie ist auch schon 'mal über Thüringen geflogen. Und nicht nur er. Bereits am 31. August 1909 meldete das Jenaer Volksblatt, dass ein Zeppelin mit der Beleuchtung der Firma Zeiss Jena überflogen habe. Das wäre eigentlich ein guter Grund, meinten der Berliner Fotograf Jürgen Hohmuth und seine Jenaer Mitstreiter Peter Mühlfriedel und Dietmar Ebert, mit dem Luftschiff, an dem eine Kamera befestigt ist, die Gegend um Jena, Weimar und Erfurt mit seinen Tälern und Hügeln, ihren Schlössern und Burgen, ihren Flüssen und Auen zu erkunden. Jürgen Hohmuth gab die Richtung vor: »Lasst uns Spaß haben und ein Buch machen.« Das war nicht ganz einfach: Albrecht Schröter setzte sich in der Kommission zur Förderung der »Impulsregion Erfurt, Weimar, Jena und Weimarer Land« für unser Projekt ein, und uns gelang es, weitere Sponsoren zu finden. Nun konnten wir losziehen mit dem »Luftschiff«, das mit Helium gefüllt wird. Die Arbeit bis zur Fertigstellung des Buches hat lange gedauert. Das »Luftschiff« ist sensibel. Um es einsetzen zu können, brauchten wir gutes Wetter: Sonnenschein und Windstille. Immer wieder sind wir losgezogen. Das hatte schon etwas Circensisches. Einer von uns musste immer erklären, was wir da machen. Oft schlossen sich uns Kinder, Familien oder einfach nur Schaulustige an. In Weimar liefen Schulkinder und Studenten der Bauhaus-Uni mit uns durch den Goethe-Park an der Ilm, in Jena staunten Passanten im Zentrum den »Zeppelin« an, in Großkochberg stellte sich eine Herde zahmer Pferde im Kreis auf, um eine Art »Landeplatz« für das Luftschiff zu bilden, in Reinstädt wollte ein Mann unsere Papiere sehen, und in Bad Berka rief eine Frau die Polizei. Völlig umsonst. Der Polizist wurde unser Schutzhelfer.

Unser Buch war nach ungefähr zwanzig Jahren das letzte Projekt, das Jürgen Hohmuth mit seinem Luftschiff realisiert hat. So lange war es ihm ein treuer Begleiter.

Auch in Jena, Weimar, Erfurt und der anmutigen Landschaft, die diese drei Städte umgibt, sind ihm Aufnahmen voller Schönheit und Poesie gelungen. Bei gutem Wetter lag das Luftschiff ruhig in der Luft, nur einmal hat es sich voller Unruhe in der Luft bewegt: Hoch über dem Ettersberg und dem einstigen Konzentrationslager Buchenwald kam es leicht ins Trudeln, als hätte es das Grauen des Ortes gespürt, das sich mit dem Ort verbindet. Trotz allem ist eine sehr ungewöhnliche Aufnahme entstanden.

Wir laden alle Interessierten ein, ihre Heimat in Fotos aus einer Höhe zwischen 20 und 100 m zu betrachten. So haben Sie Thüringens Mitte noch nicht gesehen.

Jürgen Hohmuth, Peter Mühlfriedel und Dietmar Ebert werden ihr Buch »Thüringens Mitte aus 'halber Höhe‘« vorstellen und erzählen, was sie mit den Fotos verbinden.
Sie selbst sind nicht drüber geflogen. Aber das Luftschiff mit der Kamera schon!

Die Entstehung des Buches wurde gefördert durch die Impulsregion Erfurt/Weimar/Jena und Weimarer Land, die Jenoptik AG, die Stadtwerke energie jena-pößneck, Stadtwerke-Gruppe, die Sparkasse Jena-Saale-Holzland, durch die Werbeagentur profilab Ina Peyer, das MVZ Dr. Ph. Zollmann & Kollegen. OP-Zentrum Orthopädie-Chirurgie-Anästhesie und das Druckhaus Gera.

 

Thüringens Mitte aus halber Höhe (c) Jürgen Hohmuth