Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich

nach David Foster Wallace // SCHAUSPIEL

Auf einer siebentägigen Luxuskreuzfahrt durch die Karibik schrieb David Foster Wallace zum Dank den ebenso brillanten wie ätzenden Essay »Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich«. Zwanzig Jahre später machen sich Wunderbaum auf eine ähnliche Reise. Die Luxuskreuzfahrt wird zur Metapher für eine Unterhaltungsindustrie, die auf die Vereinzelung des Menschen antwortet und zusätzlich depressiv macht. Aber die Kreuzfahrt ist mehr als das – sie ist die »gated community« in Reinkultur. Hier schließen sich Menschen mit ihren ökonomischen und sozialen Standards vom Rest der Welt ab und bilden ihre eigene. Sie ist Abbild der vielen »gated communities«, die allüberall aus dem Boden schießen: Abschottung, Rückzug und neue Mauern angesichts von wachsender Unsicherheit.
Wunderbaum untersucht, warum und wie unsere Gesellschaften auseinanderfallen, und welche Rolle sie selbst dabei haben: Wie »gated« sind wir als Künstler mittlerweile eigentlich selbst?
Wallace’s Oeuvre war mit »Unendlicher Spaß« ursprünglich eine Reaktion auf die amerikanische Kultur mit ihrer Neigung zur Selbstbestrafung im Fegefeuer des Entertainments. Heute steht es für die kulturelle Nervosität eines ganzen Zeitalters, das auf unentwegt neue Weise grenzenlose Befriedigung verspricht. Zurück bleibt leer, einsam und verzweifelt: der Mensch.

Besetzung

Von und mit: Walter Bart, Wine Dierickx, Matijs Jansen, Maartje Remmers
Musik und Komposition: Jens Bouttery
Bühne + Licht: Maarten van Otterdijk

Eine Koproduktion von Theater Rotterdam und Theater der Welt 2017

 

Informationen

Schauspiel

Donnerstag, 09.01.2020, 20:00 Uhr · Hauptbühne

Tickets

18,00 €/9,00 €