Hass / Μίσος / Ură

nach dem Film »La Haine« von Mathieu Kassovitz

Premiere: 29. Januar 2026

Rückbank eines Citroën. Die Stirn an die kalte Seitenscheibe gelehnt, der Blick streift die Leuchtschrift an der Fassade eines Plattenbaus: »Ich sehe was, was du nicht siehst.«

La Haine (1995) von Mathieu Kassovitz ist ein Film über Stillstand und Explosion zugleich: 24 Stunden im Leben dreier junger Männer, gefangen zwischen banlieue, Polizeigewalt und der ständigen Drohung sozialer Auslöschung. Der Film erzählt von Freundschaft und Wut, von Ohnmacht, Perspektivlosigkeit und der Frage, wie Gewalt entsteht – und weitergegeben wird. Das berühmte Zitat »bis hier hin läuft alles gut« hallt bis heute nach: als Mantra des Verdrängens in einer Gesellschaft im freien Fall.

Die internationale Kooperation mit der griechischen Theatercompany Spectrum Amke nimmt La Haine als Ausgangspunkt, um gegenwärtige Formen des Lebens am Rand der Gesellschaft zu untersuchen. Neu geschriebene Texte aus dem Masterstudiengang »Professionelles Schreiben« der Friedrich-Schiller-Universität Jena übertragen Motive, Figuren und Konflikte des Films in die heutige Realität der Jenaer Peripherie. Es entstehen Szenen von Jugendlichen zwischen Herkunft und Herkunftslosigkeit, zwischen Plattenbau und globalen Bilderströmen, zwischen gesellschaftlicher Unzufriedenheit und dem Erstarken autoritärer und faschistischer Denkweisen. Der eigens für die Inszenierung entwickelte Hip-Hop-Soundtrack des Künstlers Sorbas knüpft an die musikalische DNA von »La Haine« an, in dem Rap als Stimme der Straße, als Ausdruck von Widerstand und Selbstbehauptung eine zentrale Rolle spielt.

Dabei geht es nicht um eine Nacherzählung des Films, sondern um seine Aktualisierung: Was bedeutet Hass heute? Wer darf sprechen, wer wird gehört, wer verschwindet aus dem Bild? Wie verändern sich Gewalt, Widerstand und Solidarität in einer Zeit sozialer Medien, verschärfter Ausgrenzung und politischer Radikalisierung?

Nach dem ersten Theateraustausch mit dem Örkény Színház in Budapest setzt das Theaterhaus in dieser Spielzeit seine internationale Zusammenarbeit mit Spectrum AMKE fort. Parallel zur Jenaer Produktion entsteht im Theatro Technis in Athen die Inszenierung »24 hours in a world that doesn’t belong to us« (Premiere: 16. Februar 2026, Regie: Pantelis Flatsousis). Beide Produktionen werden mit Künstler*innen aus Griechenland und Deutschland entwickelt und jeweils in der Partnerstadt gezeigt.

Theateraustausch Jena-Athen in Kooperation mit Spectrum AMKE und Theatro Technis Kooperation mit dem Masterstudiengang »Professionelles Schreiben« der FSU Jena

Gefördert durch
Logo kulturstiftung des Bundes
Gefördert von
Logo BKM

Termine

23

Jan

19:00

Hauptprobe

Hass / Μίσος / Ură

nach dem Film »La Haine« von Mathieu Kassovitz

Hauptbühne

29

Jan

20:00

Premiere

Hass / Μίσος / Ură

nach dem Film »La Haine« von Mathieu Kassovitz

Hauptbühne

31

Jan

20:00

Hass / Μίσος / Ură

nach dem Film »La Haine« von Mathieu Kassovitz

Hauptbühne

05

Feb

20:00

Hass / Μίσος / Ură

nach dem Film »La Haine« von Mathieu Kassovitz

Hauptbühne

06

Feb

20:00

Hass / Μίσος / Ură

nach dem Film »La Haine« von Mathieu Kassovitz

Hauptbühne

07

Feb

20:00

Hass / Μίσος / Ură

nach dem Film »La Haine« von Mathieu Kassovitz

Hauptbühne

12

Feb

20:00

Hass / Μίσος / Ură

nach dem Film »La Haine« von Mathieu Kassovitz

Hauptbühne

14

Feb

20:00

Hass / Μίσος / Ură

nach dem Film »La Haine« von Mathieu Kassovitz

Hauptbühne

Team

Es spielen: Ioana Nițulescu, Anna Maria Papaioannou, Florian Thongsap Welsch
Konzept, Bühne, Regie:
Daniele Szeredy
Konzept, Dramaturgie: Josef Bäcker
Video: Gelly Pedefu
Live-Musik: Simon Schwan (Sorbas)
Kostüm: Shayenne Di Martino
Regieassistenz: Ioanna Lioutsia
Ausstattungsassistenz: Lenni Hofer
Produktionsleitung: Maria Bornhorn


auf Deutsch, Rumänisch und Griechisch – mit deutschen Übertiteln
Altersempfehlung: ab 16 Jahre