Avant Art 2026

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Gastspiel

ausradiert

Eine theatrale Recherche auf den Spuren Betroffener der NS-Eugenikverbrechen in Thüringen

Foto ausradiert
© thepicks

Über den Ausmaßen der nationalsozialistischen Eugenikverbrechen hing lange ein Mantel des Schweigens und auch heute noch sind die Einzelheiten dieses Kapitels deutscher Geschichte wenigen bekannt: Über Jahre wurden hunderttausende kranke, unangepasste Menschen und Menschen mit kognitiver oder körperlicher Behinderung systematisch zwangssterilisiert oder ermordet – ermöglicht und durchgeführt in Krankenhäusern, Heil- und Pflegeanstalten, Gesundheitsämtern und Heimen.
Die Anerkennung der Opfer dieses Massenverbrechens als NS-Verfolgte wurde über Jahrzehnte verweigert, weswegen die Betroffenen auch als die ›vergessenen NS-Opfer‹ gelten.

Wir wollen uns erinnern! Gemeinsam mit einem Ensemble von jungen Erwachsenen hat das Theaterkollektiv projekt-il Lebenswege von Opfern dieser Zwangssterilisierung und NS-›Euthanasie‹ recherchiert und sich mit Tatorten und Tätern auseinandergesetzt, um die Relevanz dieser teils vergessenen Geschichten in der Gegenwart zu zeigen und auf der Bühne sichtbar zu machen. Grundlage dafür bieten biografisches Material von Betroffenen sowie eine Graphic Novel der Künstlerin Anke Zapf. Mit eindrücklichen Bildprojektionen, die live gezeichnet werden, nähern sich die jungen Menschen in einer dokumentarischen Collage auf der Bühne des stellwerk respektvoll diesem wichtigen Thema an.

empfohlen ab: 15 Jahren
Spieldauer: ca. 60 min + nach jeder Aufführung ist die Teilnahme an einer Nachbereitung möglich (ca. 25 Minuten)

von und mit: Ella Deußing, Marie-Louise Gans, Victoria Kerl, Anna Lagaude, Ronja Naujoks, Alex Gorschkow (Clara Perschel)
Live-Illustration auf der Bühne: Anke Zapf
Künstlerische Leitung: projekt-il
Choreografie: Melanie Heyne
Bühne: projekt-il
Kostüm: Sara Drasdo
Sounddesign: Philipp Münnich
Video: Jannik Strohm
Dramaturgie: Stefanie Heiner
Produktionsassistenz: Alex Gorschkow, Elinor Marie Greyer
Dramaturgieassistenz: Victoria Kerl
Technische Einrichtung: Philipp Münnich, Jannik Strohm, Agnes Weidenbach'