»Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten«

Lesung aus den Tagebüchern 1933 – 1945 von Victor Klemperer

 

12 Jahre erlebte der Dresdner Romanistikprofessor Victor Klemperer (1881-1960) am eigenen Leibe, was es bedeutet, als Jude im nationalsozialistischen Deutschland zu leben. Die Nazis machten ihm das Leben zur Hölle. Christlich getauft, aber jüdischer Abstammung, wurde er sofort nach ihrer Machtübernahme als »undeutsch« stigmatisiert, obwohl er weiterhin an seinem Deutschtum festhielt.

Er schrieb seit seinem 17. Lebensjahr Tagebuch und setzte es bis kurz vor seinem Tod fort. Die Tagebücher der Jahre 1933 – 1945 waren für ihn Teil seiner Überlebensstrategie, als er als Wissenschaftler nicht mehr arbeiten durfte. Sie erschienen unter dem Titel »Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten« erstmals 1995 und sind durch ihre detaillierte Beobachtung des Alltags der Tyrannei ein einmaliges Dokument. Minutiös erzählt er von den Verboten, Repressalien und Erniedrigungen, denen er und seine Frau täglich ausgesetzt sind. Er berichtet aber auch über den ganz banalen Alltag der übrigen Bevölkerung.

Die Tagebücher wurden nach ihrer Veröffentlichung zu einer literarischen Sensation und bald auch in andere Sprachen übersetzt und verfilmt. Sie stellen eine außergewöhnliche Ergänzung der Holocaustliteratur dar.          

Es lesen: Natalie Koban und Leander Schreiber (teenpark)
Musikalische Begleitung: Klaus Wegener

Eine Veranstaltung der Begegnungsgruppe Judentum Jena in Zusammenarbeit mit dem teenpark am Theaterhaus Jena.

Der Eintritt ist frei.

Informationen

Lesung

Mittwoch, 19.06.2019, 18:30 Uhr · Probebühne

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