Lenzpreis – was ist das?

Seit seiner Installation im Jahre 1997 wurde der Dramatikwettbewerb um den Jakob-Michael-Reinhold-Lenz-Preis der Stadt Jena quasi bei jeder neuen Auflage neu erfunden. Auf diese Weise konnte sich der Preis den jeweils aktuellen Erfordernissen der modernen, sich verändernden Theaterlandschaft anpassen und hat sich in der Szene im Laufe der Zeit einen respektablen Ruf erarbeitet.

In einem zweistufigen Wettbewerb wird zunächst die Vorschlagsjury, bestehend aus Antje Schupp (freie Künstlerin, Lenzpreisträgerin des Jahres 2021), Tobias Schuster (Dramaturg der Münchner Kammerspiele), der Autorin Heike Geißler und dem Schauspieler, Autoren und Produzenten Lamin Leroy Gibba jeweils eine Kandidatin / einen Kandidaten vorschlagen. Einzige Bedingung ist, dass die Vorgeschlagenen Bezug auf die neuen Bundesländer haben oder nehmen.
Die Entscheidungsjury, bestehend aus Daniele Szeredy, Mitglied der Künstlerischen Leitung des Theaterhauses Jena ab 2024/25, Birgit Liebold (Unternehmenskommunikation bei JenaKultur), Hannah Baumann, Dramaturgin am Theaterhaus Jena, die österreichische Autorin Kathrin Röggla und der Autorin Olivia Wenzel, wählt dann aus den Kandidat*innen den/ die Preisträger*in aus.

Die Preisverleihung findet am 27. Mai 2024 im Theaterhaus Jena statt.

Eine Koproduktion der Stadt Jena und JenaKultur mit dem Theaterhaus Jena.

 

Die bisherigen Preisträger:

  • 1997: Dea Loher »Adams Geist« | Sonderpreis: Ulrich Zieger »Die Sonne ist blau«
  • 2000: Katharina Tanner »Alles Liebe« | Robert Woelfl »Dem Herz die Arbeit, den Händen die Liebe«
  • 2003: Claudius Lünstedt »Mußt boxen«
  • 2006: Katharina Schmitt »Knock out«
  • 2009: Christine Kalls »Drinnen«
  • 2013: Henriette Dushe »In einem dichten Birkenwald. Nebel«
  • 2017: Boris Nikitin »Martin Luther PROPAGANDA Symposium«
  • 2021: Antje Schupp »Die mutige Mehrheit«

Die Vorschlagsjury

Antje Schupp

Antje Schupp (c) Andreas Tobias

Antje Schupp ist Regisseurin, Performerin und Autorin. Sie arbeitet spartenübergreifend in Theater, Musiktheater, Performance und Tanz, gerne in internationalen Kollaborationen. Site Specific Produktionen gehören ebenso zu ihrem Repertoire wie Vermittlungsformate oder Soloperformances. Sie ist zudem als Dozentin für Konzeptarbeit tätig.

Antje inszenierte u. a. am Theater Basel, Schauspielhaus Zürich, Luzerner Theater, Theater Neumarkt oder Kaserne Basel und wurde zu Festivals wie Theaterspektakel Zürich, Politik im Freien Theater, Berliner Theatertreffen oder Impulse Festival eingeladen. Sie erhielt den Zürcher Festspielpreis 2020, den Jakob-Michael-Reinhold-Lenz Preis für Dramatik 2021 sowie den Schweizer Preis Darstellende Künste 2021 von Bundesamt für Kultur.

Heike Geißler

Heike Geißler (c) Adrian Sauer

Heike Geißler ist Autorin und lebt in Leipzig. Zuletzt erschienen der Essay Liegen. Eine Übung (Rohstoff/ Matthes & Seitz, 2022), der Film-Essay Das Jetzige (GfzK, 2020-2022), der Roman Die Woche (Suhrkamp, 2022, der für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert war), der Reportage-Roman Saisonarbeit (Spector Books, 2014), das Fragenheft und Hörspiel Fragen für alle, das Geld mani bucate money fest. Mit der Schauspielerin Charlotte Puder arbeitet sie als Duo George Bele (Göttinnen. Oder: Die Arbeit am Wetter von morgen. UA 12/2023, Leipzig). Sie ist Gründerin des Interventionsformats Sabotique und unterrichtete Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, an der Kunsthochschule Kassel und an der Universität für angewandte Kunst Wien. Sie erhielt Preise und Stipendien, u.a. den Förderpreis zum Lessingpreis des Freistaates Sachsen und das Stipendium der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo.

Lamin Leroy Gibba

Lamin Leroy Gibba (c) Pascal Haas

Lamin Leroy Gibba ist Schauspieler, Autor und Produzent. Er studierte Schauspiel und Film an der New School Universität in New York. Engagements folgten u.a. am Classical Theater of Harlem, Performance Space New York, Theater Oberhausen, Kampnagel Hamburg, Ballhaus Naunynstraße sowie in Film- und Fernsehproduktionen. Zu seinen Kurzfilmen gehören FEVER SOURCE, CLOUD ZERO und HUNDEFREUND. Letzterer gewann den ersten Preis beim Internationalen Kurzfilmfestival Berlin, wurde für die Lola nominiert und unter anderem beim Tribeca Film Festival gezeigt. Sein Theaterstück DOPPELTREPPE ZUM WALD gewann beim 40. Heidelberger Stückemarkt den Publikumspreis sowie den SWR2 Hörspielpreis. 2023 erschien Lamin auf der europäischen Forbes 30 under 30 Liste in der Kategorie Entertainment. Seine Serie SCHWARZE FRÜCHTE, in der er Showrunner, Drehbuchautor und Hauptdarsteller ist, wird 2024 in der ARD Mediathek ausgestrahlt.

Tobias Schuster

Tobias Schuster (c) Sandra Singh

Tobias Schuster (*1983) ist Dramaturg und arbeitete u. .a an der Schaubühne Berlin und am Schauspielhaus Wien. Ein Fokus seiner Arbeit sind vielfältige Kollaborationen mit zeitgenössischen Autor*innen. Seit 2020 ist er Teil des Künstlerischen Leitungsteams der Münchner Kammerspiele.