Ich bereue

»Der Trump-Wähler, der seine Wahl bereut, ist eine Art Einhorn. Ein Fabelwesen, von dem wir denken, dass es existiert und von allen gesucht wird. Aber noch niemand hat es je gesehen.«

Martin Savidge, CNN-Korrespondent, 25.07.2017

  

Seit Anbeginn der Geschichte ist der stete Begleiter der menschlichen Handlungen die Reue. Doch trotz ihrer langen Existenz scheitert eine Nutzbarmachung des Konzepts seit jeher. Mit den Worten »Ich bereue zutiefst« meldet sich Beate Zschäpe zum Ende des NSU-Prozesses in München zu Wort. Und ändert doch nichts.

Parallel zum NSU-Prozess steigt in Deutschland eine neue Partei zum direkten Konkurrenten der herkömmlichen Volksparteien auf, zerren in Italien die populistischen Fliehkräfte am Parteiensystem, und beherrscht in Holland die Partei für die Freiheit (PVV) von Geert Wilders weiterhin den öffentlichen Diskurs. Aber stehen wirklich all diejenigen, die durch ihren Gang zur Urne die politische Landschaft formen, für die Dauer einer Legislaturperiode oder darüber hinaus hinter ihren Entscheidungen? Lässt sich beweisen, dass es Einhörner doch gibt? Und wenn ja, sind sie dann immer rechts?

Drei Mitglieder von Wunderbaum machen sich auf, in drei europäischen Ländern mit denjenigen Menschen zu sprechen, die ihre politische Wahl bereuen. In drei Ländern, jeweils allein auf der Bühne, versuchen sie zu verstehen, was politisch und persönlich zur Reue führt.

Besetzung

von und mit: Walter Bart, Matijs Jansen, Marleen Scholten
Bühne + Licht: Maarten van Otterdijk

Eine Produktion von Theaterhaus Jena und Wunderbaum.
In Kooperation mit dem Theater Rotterdam.