Theaterhaus Jena //Lesekreis #2

»Der Ursprung der Welt« von Liv Strömquist bereitet Sie für die Körperwahrnehmungen in »Nackt« vor.

Liv Strömquist ist eine der prägenden feministischen Comiczeichnerinnen. Während den Proben zu »Nackt« hat das Produktionsteam mit Begeisterung die Comics von ihr verschlungen. Mit ihrem einzigartigen Stil, schnellen schwarz-weiß Episoden, unterbrochen durch farbige Panels und Abschnitte, führt sie die Absurdität der Wahrnehmung der Vulva durch das Patriarchat vor. Freud trifft auf Popkultur, die Bibel auf den Erfinder der Kelloggs-Cornflakes. Was der damit zu tun hat? Finden Sie es heraus. Und wenn Sie den »Ursprung der Welt« durch haben, hat Liv Strömquist zum Glück noch weitere Comics über die Idee der romantischen Liebe oder die Idee des (männlichen) Genies für Sie parat. Damit kommen wir hoffentlich bis zum Ende der Ausgangssperre.

Wenn Sie dieses Buch lesen wollen, bestellen Sie es doch bei einem lokalen Buchhändler, etwa der Jenaer Bücherstube, die direkt an Ihre Haustür liefert und Ihre Unterstützung dringender braucht als Amazon. Viel Spaß beim Lesen.

Theaterhaus Jena //Lesekreis #1

Corona hat uns fest im Griff. Deshalb ist es still geworden ums Theaterhaus. Denn Theater ist Anwesenheit im Raum, ist Präsenz, Publikum und Spielende einander gegenüber. Wie lässt sich das mit dem sogenannten social distancing kombinieren? Das ist gar nicht so einfach und führt uns dahin, dass wir, statt zu spielen, mit Ihnen forschen. Während wir im Homeoffice für Sie eine Zukunft vorbereiten, von der wir noch nicht genau absehen können, was sie für uns bereithält, empfehlen wir Ihnen Bücher, Filme und anderes, die Sie und uns durch diese sozial distanzierte Zeit bringen und teilweise auch noch Hintergründe für Ihren nächsten Besuch bei uns bereitstellen.

Und wenn Sie Bücher bestellen, unterstützen Sie doch lokale Händler wie die Jenaer Bücherstube, die Ihnen alles nach Hause liefert. Und nun: Willkommen im Theaterhaus Jena Lesekreis. Und manchmal wird aus dem Lesekreis auch ein Filmclub.

Theaterhaus Jena // Lesekreis #1:

»Retroland« von Valentin Groebner bringt Ihnen Wissen für die verschobene Premiere von »Zur Wartburg«.
In »Zur Wartburg« bauen wir die alte Wartburg-Kneipe aus dem Damenviertel wieder auf. Damit rekonstruieren wir eine imaginierte Historie. Genau diesem Phänomen widmet sich der Historiker Valentin Groebner in seinem Buch »Retroland«. Anhand rekonstruierter historischer Innenstädte, historischer Gedenktage und deren Verbindung mit dem Komplex des Tourismus erklärt er uns, wie das vermeintlich historische vor allem davon erzählt, wie wir uns Vergangenheit vorstellen. Bedeutet das jedoch nicht gleichzeitig eine Entwertung der »historischen« Stätten, die zumeist rekonstruiert oder über Jahrhunderte immer wieder ergänzt wurden, bis die Idee der historischen Authentizität ad absurdum geführt ist? Prosaisch leicht und wissenschaftlich informiert reist Valentin Groebner mit seinen Leser*innen durch die Jahrhunderte, zitiert Reisende vergangener und gegenwärtiger Zeiten und besucht historische Feste und Bauten – bis wir die Welt mit anderen Augen betrachten und aus Geschichte eine Ansammlung von Geschichten wird.

Wenn Sie dieses Buch lesen wollen, bestellen Sie es doch bei einem lokalen Buchhändler, etwa der Jenaer Bücherstube, die direkt an Ihre Haustür liefert und Ihre Unterstützung dringender braucht als Amazon. Viel Spaß beim Lesen.

Unser Spielzeitplakat // zweite Hälfte

NACKT – unser Podcast dazu

Am 22., 23. und 24. Januar präsentieren wir wieder NACKT von Lizzy Timmers. Hier ist ein Podcast von unserem Dramaturgen Thorben Meißner zum Thema. Viel Spaß beim Hören!

Der Wolf hat eine Persönlichkeitsstörung. [Tina Keserovic]

Einblicke in die Proben von »Ein Schaf fürs Leben«

»Treffen sich ein Schaf und ein hungriger Wolf...  – was normalerweise bereits das Ende der Geschichte ist, stellt sich in »Ein Schaf fürs Leben« als Anfang heraus. Denn das Schaf (das nicht weiß, dass es Wolfsfutter ist) begegnet ihm freundlich und stürzt den Wolf so in eine tiefe Identitätskrise. Um das Schaf in Ruhe fressen zu können, lockt er es mit dem Versprechen auf »unvergessliche Erfahrungen« aus dem Stall. (...)«
Aber wie sieht das aus, wenn ein Schauspieler ein Schaf spielt? Wie wird aus einer Schauspielerin ein Wolf? Im Verlauf von sechs Wochen Probenzeit wird aus Ausprobieren, Andeutungen und nacktem Text langsam ein ganzer Theaterabend voller Musik, Geräuschkulisse und natürlich ganz viel Schauspiel und Spaß.
Doch bis dahin wird sich noch viel Neues entwickeln und auch das Bühnenbild wird mehr und mehr Form annehmen. Was in den Proben noch eine Liege ist, wird in den Vorstellungen ein Bett sein, was durch einen Teppich angedeutet ist, wird ein See werden und überhaupt erwartet uns auch noch eine rutschige Überraschung im Bühnengeschehen.
Wie sich das Stück bis zur Premiere am 6. Dezember 2019 noch entwickeln wird? Wir sind gespannt.
[Text: Mieke Sander / Foto: Helene Gööck]