Ein Manifest

aus: »Hallo Jena«*

Wenn jemand zu uns sagt, dass arbeiten im Kollektiv zu Kompromissen führt, dann versuchen wir, ihm mit guten Argumenten zu widersprechen.
Wir glauben daran, dass sich die beste Idee von selbst durchsetzt.
Wir können nicht mit Sicherheit sagen, was der Zweck eines Theaterstücks ist, aber wir vermuten, dass es etwas mit Weltverbesserung auf sich hat.
Wenn uns unsere Arbeit dazu inspiriert, die eigenen Denkbilder in Frage zu stellen und wir die Zweifel überzeugend einem Publikum vermitteln können, dann sprechen wir von einem erfolgreichen Stück.
In ein Theaterstück gehört grundsätzlich Musik rein, es muss rocken.
Die Stühle in einem Theater sollten bequem sein, aber nicht so bequem, dass das Publikum aufhört zu denken.
Wenn während einer Vorstellung mehr als zwei Personen gleichzeitig schlafen, wird das Stück aus dem Spielplan gestrichen.
Konflikte sind manchmal unvermeidlich, aber Ruhe bewahren, nach Hause gehen und eine Nacht darüber schlafen löst so manches Problem.
Geschmack ist veränderlich.
Wenn sich nach einiger Zeit der Zusammenarbeit herausstellt, dass sich eine feste Rollenverteilung eingeschlichen hat, versuchen wir, sie zu durchbrechen.
Ein Theaterstück muss klar definierbare Berührungspunkte mit der Welt außerhalb des Theaters haben.
Umgangssprache ist Poesie und wird als Textmaterial benutzt.
Alle die am Probenprozess teilnehmen, versuchen so viel Material wie möglich für das Stück zu kreieren.
Niemand soll etwas spielen, was er oder sie nicht möchte.
In unseren Stücken spielen oft Menschen von außerhalb des Theaters mit.
Verschiedene Sprachen in einem Theaterstück passen unserer Meinung nach perfekt in die heutige Zeit.
Wir glauben an und hoffen auf die europäische Idee, aber setzen doch einige Fragezeichen dahinter.
Am Theaterhaus Jena dürfen alle inhaltliche Vorschläge für zukünftige Stücke einbringen.
Nach der Premiere muss an einem Stück gefeilt werden, wenn es noch nicht so fertig ist, wie es sein könnte und sollte.
Wir sind immer davor auf der Hut, zu marktorientiert zu denken, obwohl ein wachsendes Publikum eigentlich doch ganz nett ist.

*Dieses Manifest über die Arbeit am Theaterhaus Jena wurde in der Vorstellung »Hallo Jena« am 26.10.2018 präsentiert. Inwiefern es sich in den Arbeitsstrukturen realisiert, wird sich zeigen.

Das erste Wochenende

Spielzeitbeginn 2018/19

Am 25. und 26. Oktober 2018 war es so weit: Die neue Künstlerische Leitung Wunderbaum hat den Spielbetrieb aufgenommen. Darum hier ein paar Impressionen von den Proben für "Hallo Jena", die einmalig am 26. Oktober aufgeführte Inszenierung mit allen neuen Schauspieler*innen am Haus.

©Joachim Dette

Die ersten Veränderungen: Unterbühne

Wunderbaum bestehen aus fünf Schauspieler*innen und einem Bühnenbildner, Maarten van Otterdijk. Pünktlich zur Eröffnung der neuen Spielzeit hat der sich an die Neugestaltung der Unterbühne gemacht. Kasse und Bar sind zusammengelegt worden und befinden sich im Herzen des Raums, der durch seine besondere Architektur bereits von vornherein strukturiert wird.
Neben dem neuen Tresen wird der Raum neu gestrichen, ein sanftes Blau zieht sich von der Unterbühne durch das Haus. Mit Beginn der Spielzeit am 25. Oktober 2018 wird die »neue« Unterbühne dann eingeweiht. Hier gibt es sie schon als 3D-Animation zu sehen:

Neue Spielzeit - jetzt fertig.

Es ist so weit: Die neue Künstlerische Leitung Wunderbaum startet in ihre erste Spielzeit am Theaterhaus Jena. Thüringen kein Problem. Und jetzt auch mit dem Programm bis März 2019.