Bären

Alle Macht dem Individuum: frei leben oder sterben!
New-Hampshire, USA. Eine Gruppe radikaler Freiheitskämpfer infiltriert das idyllische Städtchen Grafton, um sich von allem zu befreien, was sie stört: Steuern, staatliche Eingriffe, das Verbot des Tragens von Waffen. Alle Macht dem Individuum.
Zeitgleich mit dieser radikalen »Befreiung« von Grafton taucht ein altes Problem auf: Die Stadt wird von Bären heimgesucht, die sich auf der Suche nach essbarem Abfall immer näher an die Menschen heranwagen. Aufgrund fehlender Regelungen sind die Bewohner*innen einer Invasion von Bären ausgesetzt.
Basierend auf dem Buch »A Libertarian Walks into a Bear« des investigativen Journalisten Matthew Hongoltz-Hetling, rekonstruiert Wunderbaum einen Ideenkampf als tragikomischen Albtraum. Ein wohlgeordnetes amerikanisches Modellprojekt wird zu einer Geschichte über menschliche Instinkte, unser Verhältnis zur Natur und den Wunsch nach einer selbstgemachten Utopie. Der Neoliberalismus gerät in Konflikt mit den Idealen des Sozialstaats. Die große Frage ist: Wie definiert die Gesellschaft Freiheit?

Jenaer Premiere: 12. Mai 2022

Rotterdamer Premiere: 10.02.2022

Eine Produktion von Wunderbaum in Zusammenarbeit mit  dem Theaterhaus Jena  und dem Theater Rotterdam.

Unterstützt durch: Gemeente Rotterdam, Fonds Podiumkunsten, Stichting Verzameling van Wijngaarden-Boot, Stichting Zabawas, Stichting Elise Mathilde Fonds.

Besetzung

Von und mit: Walter Bart, Wine Dierickx, Matijs Jansen, Maartje Remmers und Marleen Scholten
Regie: Suze Milius
Dramaturgie + Textfassung: Koen Tachelet
Musik: Bo Koeck
Bühne + Licht: Theun Mosk
Kostüme: Lotte Goos
Sound Design: Rick Gobee
Text: basierend auf dem Buch »A Libertarian Walks Into a Bear« von Matthew Hongoltz-Hetling

 

Aufführungen

Derzeit stehen keine Aufführungstermine fest.

Pressestimmen

Im MDR Kultur-Radio sagte Stefan Petraschewsky über »Bären«
»Das Fünf-Personen-Stück ist am Ende ein Fünf-Bären-Stück. Und es ist toll zu sehen, wie virtuos sich das Ensemble in Bären verwandelt und bewegt. Aber es sind nicht nur die Bären. Die Freiheitskämpfer verwandeln sich alle auch in den Trapper und in uniformierte Bibliotheksmenschen am Ende. Es sind quasi menschliche Aggregatzustände, die hier im jeweiligen Kostüm vorgestellt werden ... Schauspielerisch ist das eine hohe Qualität, die das Schauspielkollektiv "Wunderbaum" hier zeigt.
Tolle Bilder auch: Pieta mit Bären. Irgendwann ein leiser, vielsagender Satz: "Ich bin alleine." Das ist sozusagen die Kehrseite. Dramaturgisch, regiekonzeptionell ist das Stück sehr überzeugend. Wenn die Bären in die Stadt kommen und alles verwüsten, dann zerlegen sie hier das gesamte Bühnenbild. Dazu gibt es die schönste Barockmusik …
Das Bühnenbild ist übrigens eine Schießbude wie auf dem Rummel, mit Bären als Kuscheltieren und Trophäe und Bären als Zielscheiben. … Auf dem Tresen steht in großen Buchstaben: "Shooter wanted". Den Ego zum Shooter kann man sich denken. Neben der permanenten Aufforderung ist es auch die Frage: Wie organisieren wir uns als Gesellschaft? Für was muss es Regeln geben? Was kann individuelle Freiheit sein? Am Ende ist das also eine Art theatrale Versuchsanordnung für ein Spiel, das – als Utopie – die richtige Mischung dieser menschlichen Antriebskräfte herausfinden will. Ein Stück ohne Moral und ohne Gut und Böse – sehr sehenswert.«
Den vollständigen Artikel finden Sie hier:

In der OTZ / TLZ war von Ulrike Merkel zu lesen:
»... Es ist ein groteskes wie spannendes Stück über die Grenzen individueller Freiheit. Es regt aber auch an, über das Ausmaß staatlichen Einflusses nachzudenken. Ein Abend, der zu wunderbaren Diskussionen führen kann.«
Hier ist der gesamte Artikel: