PROJEKTAUSSCHREIBUNG 26/27

Das Theaterhaus Jena führt die Praxis der öffentlichen Ausschreibung weiter!

Für die Spielzeit 2026/27 suchen wir wieder nach Ideen für Produktionen, Kooperationen und Veranstaltungen, die von den Bewerber*innen am und mit dem Theaterhaus realisiert und in den Spielplan aufgenommen werden.

Wir geben keine thematische Eingrenzung für die Projektideen vor. Als Inspiration und Leitfaden für die Arbeit am Theaterhaus weisen wir auf das auf der Website einsehbare Manifest 2025 hin.

Wir begrüßen eine Heterogenität an künstlerischen Ausdrucksweisen und an Inhalten, die die bisherige Arbeit sowie die Strukturen des Theaterhauses aufgreifen und erweitern. Dabei suchen wir nach starken künstlerischen Ideen, Perspektiven und Ansätzen, die Wege zur Zusammenarbeit öffnen. Einreichungen aus verschiedenen künstlerischen Disziplinen, Format- und Veranstaltungsideen, Texte, Forschungsprojekte sowie Kooperationsvorhaben, die im Theaterhaus wie auch außerhalb realisiert werden können, sind möglich. Wir begrüßen explizit kleinere Formate, die experimentelle Produktionsweisen wagen und auch jenseits des klassischen Bühnenraums stattfinden können.

Die eingereichten Konzepte müssen anonymisiert sein. So möchten wir Chancengleichheit herstellen und besonders nicht etablierte Künstler*innen ermutigen, sich zu bewerben. Eine vorangegangene Theaterarbeit ist keine Voraussetzung. Produktionsbudget und Honorare werden ausgehend von dem Gesamthaushalt des Theaterhauses transparent mit den Bewerber*innen besprochen.

Wir unterstützen und bevorzugen ausdrücklich Bewerbungen, die Perspektiven und künstlerische Hintergründe vertreten, die in Theaterinstitutionen systematisch übersehen werden. Mindestens zwei der Projektideen, die durch diese Ausschreibung gefunden und am Theaterhaus in der Spielzeit 26/27 produziert werden, werden von Künstler*innen, die sich als BIPoC identifizieren bzw. von Teams, die mehrheitlich aus BIPoC-Künstler*innen bestehen, realisiert.

Bewertungskriterien

Wir streben einen transparenten Bewerbungsprozess an. Deshalb stellen wir den Bewerber*innen unsere Bewertungskriterien zur Verfügung. Um die Anonymität der Bewerber*innen zu bewahren und einen fairen Auswahlprozess zu ermöglichen, ist in der ersten Runde kein Raum für Rückfragen vorhanden.

 

Wir bewerten eine Projektidee nach:

●      Warum ist die Idee für die Bewerber*innen wichtig? (Motivation)

●      Wie wird die Idee konzeptionell umgesetzt? (Vision)

●      Warum muss die Idee am Theaterhaus umgesetzt werden? (Anbindung)

●      Welche Perspektiven bezieht die Idee mit ein, welche schließt sie aus? (Inklusion)

●      Welche gesellschaftlichen Diskurse spricht die Idee an? (Relevanz)

 

Bei der künstlerischen und technischen Umsetzung untersuchen wir die Projekte nach ihrem Potential anhand folgender Punkte:

●      Welche Gestalt kann das Projekt auch außerhalb des Theaterraumes annehmen? (Ereignishaftigkeit)

●      Was und wen kann das Projekt erreichen? (Strahlkraft)

●      Wie und durch welche Mittel wird das Projekt erfahrbar? (Sinnlichkeit)

●      Was kann das Projekt individuell und gesellschaftlich bewirken? (Veränderung)

 

Schließlich achten wir von der ersten Konzeptbesprechung bis zur letzten Vorstellung auf:

●      Wie wird die Produktion menschlich und materiell nachhaltig gestaltet? (Produktionsbedingungen)

●      Wie wird die Produktion geöffnet, beworben, transparent gehalten, zusammen mit und für ihr Publikum gedacht? (Vermittlung)

 

Bewerbungsverfahren

Das Ausschreibungsverfahren ist in drei Runden aufgeteilt:

1. Runde
In der ersten Runde werden die eingereichten und anonymisierten Konzepte von einer Kommission gesichtet, die sich aus Mitglieder der Künstlerischen Leitung, des Ensembles, der Technischen Abteilungen sowie aus Personen anderer regionaler Institutionen zusammensetzt.
Bevor sie zur zweiten Runde zugelassen werden, wird eine erste Vorauswahl an Bewerbungen entanonymisiert. Bewerbungen, die von Künstler*innen, die sich als BIPoC identifizieren bzw. von Teams, die mehrheitlich aus BIPoC-Künstler*innen bestehen, werden bevorzugt.

2. Runde
Die für die zweite Runde ausgewählten Konzepte werden in gemeinsamen Gesprächen auf ihre Realisierbarkeit überprüft und zusammen mit den technischen Abteilungen weiterentwickelt.
Im Januar 2026 stellen die Bewerber*innen ihre Konzepte einer Findungskommission vor. Die Jury setzt sich aus der Künstlerischen Leitung, gewählten Mitarbeiter*innen des Hauses sowie externen Expert*innen zusammen.

3. Runde
Die ausgewählten Konzepte werden von allen Mitarbeiter*innen in Abwesenheit der Bewerber*innen besprochen. Die finale Entscheidung wird von allen Mitarbeiter*innen in einem demokratischen Verfahren getroffen.

 

FORMALIA

Eingereicht werden zwei getrennte PDF-Dateien:

●      Die erste Datei (max. 3 Seiten) besteht aus der Vorstellung der Projektidee. Die Gestaltung dieser Seiten ist den Bewerber*innen überlassen. Dieses Dokument muss anonymisiert sein und darf keine Angaben enthalten, die auf die sich bewerbenden Personen hinweisen. Nicht ausreichend anonymisierte Bewerbungen werden nicht berücksichtigt. Diese Datei soll “thj_konzept” genannt werden.

●      Die zweite Datei (max. 1 Seite) besteht aus den Kontaktdaten und kurzen Lebensläufen aller an der Bewerbung mitwirkenden Personen. Bitte hier eine projektverantwortliche Ansprechperson angeben. Diese Datei soll “thj_kontakt” genannt werden.

Einreichungen, die die formale Kriterien nicht erfüllen, werden nicht berücksichtigt.

Beide Dateien sind bis einschließlich 23.11.2025 per Mail an bewerbung26-27@theaterhaus-jena.de zu senden.