Premiere 29. Januar

Hass / Μίσος / Ură

Illustration: Giovanna Bolliger

nach dem Film »La Haine« von Mathieu Kassovitz

Rückbank eines Citroën. Die Stirn an die kalte Seitenscheibe gelehnt, der Blick streift die Leuchtschrift an der Fassade eines Plattenbaus: »Ich sehe was, was du nicht siehst.«

La Haine (1995) von Mathieu Kassovitz ist ein Film über Stillstand und Explosion zugleich: 24 Stunden im Leben dreier junger Männer, gefangen zwischen banlieue, Polizeigewalt und der ständigen Drohung sozialer Auslöschung. Der Film erzählt von Freundschaft und Wut, von Ohnmacht, Perspektivlosigkeit und der Frage, wie Gewalt entsteht – und weitergegeben wird. Das berühmte Zitat »bis hier hin läuft alles gut« hallt bis heute nach: als Mantra des Verdrängens in einer Gesellschaft im freien Fall.

Die internationale Kooperation mit der griechischen Theatercompany Spectrum AMKE nimmt La Haine als Ausgangspunkt, um gegenwärtige Formen des Lebens am Rand der Gesellschaft zu untersuchen. Neu geschriebene Texte aus dem Masterstudiengang »Professionelles Schreiben« der Friedrich-Schiller-Universität Jena übertragen Motive, Figuren und Konflikte des Films in die heutige Realität der Jenaer Peripherie. Es entstehen Szenen von Jugendlichen zwischen Herkunft und Herkunftslosigkeit, zwischen Plattenbau und globalen Bilderströmen, zwischen gesellschaftlicher Unzufriedenheit und dem Erstarken autoritärer und faschistischer Denkweisen.

Der eigens für die Inszenierung entwickelte Hip-Hop-Soundtrack des Künstlers Sorbas knüpft an die musikalische DNA von »La Haine« an, in dem Rap als Stimme der Straße, als Ausdruck von Widerstand und Selbstbehauptung eine zentrale Rolle spielt. Dabei geht es nicht um eine Nacherzählung des Films, sondern um seine Aktualisierung: Was bedeutet Hass heute? Wer darf sprechen, wer wird gehört, wer verschwindet aus dem Bild? Wie verändern sich Gewalt, Widerstand und Solidarität in einer Zeit sozialer Medien, verschärfter Ausgrenzung und politischer Radikalisierung?

Nach dem ersten Theateraustausch mit dem Örkény Színház in Budapest setzt das Theaterhaus in dieser Spielzeit seine internationale Zusammenarbeit mit Spectrum AMKE fort. Parallel zur Jenaer Produktion entsteht im Theatro Technis in Athen die Inszenierung »24 hours in a world that doesn’t belong to us« (Premiere: 16. Februar 2026, Regie: Pantelis Flatsousis). Beide Produktionen werden mit Künstler*innen aus Griechenland und Deutschland entwickelt und jeweils in der Partnerstadt gezeigt.

Theateraustausch Jena-Athen in Kooperation mit Spectrum Amke und Theatro Technis Kooperation mit dem Masterstudiengang »Professionelles Schreiben« der FSU Jena

Gefördert durch: Kulturstiftung des Bundes
Gefördert von: Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien


auf Deutsch, Rumänisch und Griechisch – mit deutschen Übertiteln
Altersempfehlung: ab 16 Jahre

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Demnächst im Januar

Mi

14

19:00

Konzeptionsvorstellung: Hass / Μίσος / Ură

nach dem Film »La Haine« von Mathieu Kassovitz

Unterbühne

Do

15

20:00

nach dem Roman von Literaturnobelpreisträger László Krasznahorkai

Herscht 07769

Leben in der Provinz / Gesellschaften im Umbruch / Romanadaption

Probebühne

Ausverkauft

Fr

16

20:00

nach dem Roman von Literaturnobelpreisträger László Krasznahorkai

Herscht 07769

Leben in der Provinz / Gesellschaften im Umbruch / Romanadaption

Probebühne

Ausverkauft

Premieren Spielzeit 25/26