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Acht Tonnen Stroh liegen nun auf dem Jenaer Theaterplatz

Ostthüringer Zeitung, Tino Zippel, 27.11.2001

In einem völlig veränderten Gewand präsentiert sich seit gestern der Theaterplatz. Acht Tonnen Stroh sind in einer Installation zum 10. Geburtstag des Theaterhauses verteilt. Diese wird am Donnerstag 17 Uhr eingeweiht.

Gestern Vormittag begann der Aufbau des ungewöhnlichen Werkes. Vier Helfer standen der Künstlerin Katharina Hohmann (37) zur Seite. Aus Holzdorf im Weimarer Land brachten zwei LKWs das Stroh, das ein Gabelstabler ablud. Mit Mistgabeln bewaffnet, verteilten die Helfer das Material auf dem 40 mal 40 Meter großen Platz. "Einen Sicherheitsabstand zum Theaterhaus mussten wir aus Feuerschutzgründen unbedingt einhalten", berichtet Katharina Hohmann.

Noch ist die Installation nicht vollendet. In die 18 Strohballen, die erhalten geblieben sind, werden Lautsprecher eingebaut. Der Gesang von kanadischen Schlittenhunden wird dann unter anderem zu hören sein. "Ich will zeigen, was alles im öffentlichen Raum zu machen ist", erzählt die Dozentin für freie Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar. Sie mag es, wenn die Betrachter nicht nur vor der Installation stehen, sondern sie beim Durchlaufen erleben. Überrascht war sie über den günstigen Preis für die Strohballen - gerade mal mit je 20 Mark schlugen sie zu Buche.

Von einem billigen Kunstwerk wollte der Theaterhaus-Geschäftsführer Roman Rösener dagegen nicht sprechen: "Vor allem der logistische Aufwand ist sehr hoch", meint er und lobt das Ensemble als gelungen. Weithin sichtbar werde jetzt auf den Theaterplatz aufmerksam gemacht.

Viele Jenaer schauten gestern verwundert. "Das ist mal was wirklich Neues", sagte Klaus Quittenbaum. Ganz lustig fand Margret Kühnapfel die Installation. "Schade, dass es nicht trocken ist, sonst könnte man sich schön reinlegen." Auf eine ähnliche Idee war schon der Theaterhaus-Chef gekommen. "Im Sommer hätten es sich bestimmt einige Pärchen im Stroh gemütlich gemacht."

Aber was wird aus dem riesigen Strohhaufen nach dem Ende der Ausstellung am 9. Dezember? Ein Teil geht an den Bauern zurück; der Rest wandert in die Kompostieranlage. Wenn allerdings jemand Interesse anmeldet, gibt das Theaterhaus gern ein bisschen ab.

 
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