Home | Login | 
Fotos: Joachim Dette

Der indische Nebendarsteller Hrundi V. Bakshi hat sich im Filmbusiness extrem unbeliebt gemacht: Seiner Tollpatschigkeit fiel bereits ein gesamtes Filmset zum Opfer. Versehentlich wird diese Persona non grata auf die schicke Party von Studioboss Fred Clutterbuck eingeladen. Natürlich macht Bakshi alles falsch, was man auf steifen Gesellschaften so falsch machen kann...
In Blake Edwards überdrehter Komödie aus dem Jahr 1968 wird kein Fettnapf ausgelassen und kein Gag verschenkt. Wir nehmen diesen Klassiker des Slapsticks als Inspiration: Auch bei uns auf der Unterbühne wird kräftig die Konvention gebrochen, der Small Talk durch unpassende Einwürfe ausgehebelt und über betrunkene Kellner gestolpert. Bis die Party ruiniert ist. Und die wahre Party beginnt.
Das Duo Eike Hannemann / Matthias Koch ist in Jena bereits berühmt-berüchtigt für diverse Kultinszenierungen wie  »Freaks« von Joey Goebel im Kassablanca oder »ZELLULOID 1 – Das große Fressen« nach dem gleichnamigen Film von Marco Ferreri.
 
Mit: Mohamed Achour, Anne Haug und Claudia Peters als special guest Regie: Eike Hannemann Bühne und Kostüme: Matthias Koch Dramaturgie: Rebekka Kricheldorf

Premiere: 30. Dezember 2009

Presse:
Symphatischer Depp ruiniert Fete in Jena
"Der Partyschreck" frei nach Blake Edwards Film

Ein fatales Versehen lässt den Namen des indischen Komparsen Hrundi Bakshi auf der Gästeliste einer Party der Filmschickeria von Studioboss Fred Clutterbuck erscheinen. Der Schauspieler war zuvor am Set durch unmöglich eigenmächtiges und tollpatschiges Gebaren in Missgunst geraten und hätte auf die Abschussliste gesollt - nicht auf die der Geladenen.
Peter Sellers verkörperte dereinst in der schrägen Slapstick-Komödie aus dem Jahr 1968 Hrundi Bakshi, den "Partyschreck".
Am Theaterhaus in Jena haben Regisseur Eike Hannemann und Matthias Koch (Kostüme) gemeinsam mit Dramaturgin Rebekka Kricheldorf den herrlich überdrehten Streifen adaptiert und servieren dem Publikum am Silvester- und am Silvestervorabend ihre Version des "Partyschrecks" als Aperitif zur dann hoffentlich nicht so spektakulär scheiternden eigenen Fete zum Jahreswechsel.
Die beiden Mimen Anne Haug und Mohamed Achour schlüpfen in insgesamt sieben Rollen - vom Partyschreck (Achour) über das von der großen Filmkarriere träumende Sternchen bis hin zum sich allmählich betrinkenden Servicepersonal. Der Abend beginnt relativ steif und - man weiß, wie es verläuft - entwickelt sich zum Desaster, weil Hrundi, der pannenbegabte Vogel, in seinem durch und durch wohlgemeinten Eifer doch alles irgendwie falsch macht und ganz nebenbei die Gesellschaft "exaltierter verlogener Filmfuzzis" (Rebekka Kricheldorf) auffliegen lässt.
Die Jenaer Theatermacher laden zum "Partyschreck" auf die Unterbühne ihres Hauses, wo das Publikum gleichsam als Gästeschar an der heiter kollabierenden Fete teilnimmt. Drinks und Häppchen gibt es allerdings nicht.
|Anja Blankenburg, Ostthüringer Zeitung]
9.12.2009   

Thüringische Landeszeitung, 02.01.2010:
Tollpatsch trifft Film-Sternchen;
Cineastisches Theatervergnügen: Anne Haug kniet und singt und Mohamed Achour spielt auf dem abgesägten Klavier, der Gorilla im Hintergrund brummt mit.
Jena/Beverly Hills. (tlz) Geh niemals auf eine Party, wenn du deinen Gastgeber nicht kennst. Oder wenn du nicht weißt, was er mit dir vorhat. Als uns diese Erkenntnis dämmert, ist es schon zu spät. Wir wurden zwischen anderen Gästen an einem gedeckten Rundtisch platziert. Man sitzt wie gequetscht, und zu essen gibt´s nichts. Getränke sollte man sich rechtzeitig an der Bar holen und schnell austrinken, bevor sie verschüttet werden. Es geht nämlich ziemlich turbulent zu unter der Drehbühne des Jenaer Theaterhauses, die Matthias Koch in die Party-Villa einer einflussreichen Hollywood-Produzentin verwandelt hat.
Man sitzt und starrt vor sich in einen Spiegel, in dem man weitere Spiegel sieht. Denn auch der Rundgang im Nacken ist mit Blendwerk versehen. Unmöglich, in diesem Spiegelkabinett zu erfassen, wie viele Leute noch an der als Theaterinszenierung angepriesenen Fete teilhaben. Während man wartet, ist das Spiel längst im Gange. Es treten unter anderen auf: eine pichelnde Kellnerin, ein prügelnder Barkeeper, ein Westernheld, eine Zigarre rauchende alte Dame im Rollstuhl, ein rothaariges Film-Sternchen namens Michelle und der tollpatschige indische Komparse Hrundi Bakshi als "Partyschreck". Dass dieser von Eike Hannemann inszenierte Jahresendspaß auf Blake Edwards gleichnamige Filmkomödie von 1968 zurückgeht, in dem Peter Sellers den Pechvogel mimt, dürfte lediglich für Cineasten von Belang sein. Hier dient der frei verarbeitete Stoff mehr oder weniger als Anreiz für die Neuen im Jenaer Schauspielensemble, ihre Verwandlungskünste zu erproben.
Zwei mimen mehr als ein halbes Dutzend Rollen. Mohamed Achour schmeichelt sich als Kellner ein und tritt als versehentlich eingeladener Komparse in die verschiedensten Fettnäpfchen, um sodann über Tische und Teller zu sprinten. Er ist es auch, der die zwischen Serviermädchen, Studioboss und Starlet changierende Anne Haug bei ihren Gesangseinlagen auf dem Piano begleitet. Trotz der vielen Spiegel weiß man nie genau, von wo die nächste Überraschung naht - oder Belästigung, denn als Partygast wird man immer wieder in den Plot mit hineingezogen. Einige Zeit fesselt vor allem die Frage, wie es die Protagonisten schaffen, sich so geschwind zu verändern. Auflösung: Mohamed Achour benutzt eine Perücke und klebt, wenn gerade nicht benötigt, Zwirbelbart und Augenbrauen an einen der Spiegel. Anne Haug trägt ihr kurzes Serviermädchenkostüm immer drunter. Zu fortgeschrittener Stunde lässt Bakshi seine Perrücke neben unser Besteck fallen und vergisst sie dort. Wir geraten in Versuchung, sie aufzusetzen und dem Partyschreck Konkurrenz zu machen, beherrschen uns jedoch aus Respekt vor den anwesenden Theaterkritikern.
Auch fürchten wir uns ein bisschen vor dem zottigen Kumpel, der von Zeit zu Zeit an den Gitterstäben rüttelt. Hannemann hat aus dem Film-Elefanten einen Gorilla gemacht, der zum Schluss aus seinem Unterbühnen-Käfig ausbricht, um mit den Partygästen anzubändeln. Dass in dem Affenfell eine zarte junge Dame (Claudia Peters) steckt, wird erst auf der Premierenfeier erkennbar. Ein Silvesterspaß, den man sich auch im Januar noch gönnen kann.
[Frank Quilitzsch]


 
Sitemap : Impressum :  © Theaterhaus Jena gGmbH
 
 

Kontakt

Theaterhaus Jena gGmbH
Schillergässchen 1
07745 Jena

Telefon: 03641/8869-0
Telefax: 03641/8869-10
Email »
 

Karten

Telefon: 03641/8869-44
Email »

Preise »

Bestellung über die
Jena Tourist-Information »